Tomaten gehören in den Kühlschrank? Braune Eier sind gesünder? Kaffee entzieht dem Körper Wasser? Rund um unsere Lebensmittel kursieren unzählige Behauptungen. Manche stammen noch aus Omas Küche, andere verbreiten sich heute über Social Media. Doch was ist wirklich dran? Wir von EDEKA Krause haben zehn der bekanntesten Lebensmittel-Mythen unter die Lupe genommen. Einige Antworten dürften Sie überraschen.
Mythos 1: Tomaten gehören in den Kühlschrank

Falsch!
Tomaten mögen es lieber warm. Im Kühlschrank verlieren sie einen Teil ihres Aromas und werden oft mehlig. Schuld daran sind die niedrigen Temperaturen, die den Reifeprozess verändern.
Schon gewusst?
Tomaten entwickeln ihr volles Aroma erst bei Zimmertemperatur. Am besten lagern Sie sie in einer Schale oder einem Korb – allerdings nicht direkt neben Äpfeln oder Bananen. Diese geben das Reifegas Ethylen ab und lassen Tomaten schneller nachreifen.
Mythos 2: Erdbeeren sind Beeren

Überraschenderweise falsch!
Botanisch betrachtet gehören Erdbeeren gar nicht zu den Beeren. Sie zählen zu den sogenannten Sammelnussfrüchten. Die kleinen gelben Punkte auf ihrer Oberfläche sind die eigentlichen Früchte. Verrückt, oder? Dafür sind Bananen botanisch tatsächlich Beeren – obwohl das wohl die wenigsten vermuten würden.
Mythos 3: Braune Eier sind gesünder als weiße

Falsch!
Die Farbe der Eierschale hat keinerlei Einfluss auf Geschmack oder Nährstoffe. Ob ein Ei braun oder weiß ist, hängt ausschließlich von der Hühnerrasse ab. Darauf kommt es wirklich an: Frische, Herkunft und die Haltungsform sind deutlich wichtiger als die Farbe der Schale.
Mythos 4: Tiefkühlgemüse ist weniger gesund als frisches Gemüse

Ebenfalls falsch!
Viele denken, tiefgekühltes Gemüse sei nur die zweite Wahl. Tatsächlich wird es oft bereits wenige Stunden nach der Ernte schockgefrostet. So bleiben viele Vitamine und Nährstoffe erhalten. Interessant: Frisches Gemüse kann durch Transport und Lagerung bereits einen Teil seiner empfindlichen Vitamine verloren haben, bevor es überhaupt im Einkaufskorb landet.
Mythos 5: Kaffee entzieht dem Körper Wasser

Das galt früher – heute weiß man es besser.
Kaffee wirkt zwar leicht harntreibend, trägt aber trotzdem ganz normal zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme bei.
Gute Nachrichten für Kaffeeliebhaber: Sie müssen für jede Tasse Kaffee nicht automatisch ein zusätzliches Glas Wasser trinken – auch wenn viele das aus Gewohnheit oder einfach gerne tun.
Mythos 6: Kartoffeln machen dick

Ganz im Gegenteil!
Kartoffeln bestehen überwiegend aus Wasser, liefern Ballaststoffe und enthalten vergleichsweise wenig Kalorien. Der eigentliche Kalorienlieferant? Pommes, Kroketten oder Bratkartoffeln – denn hier sorgen Fett und häufig auch reichhaltige Soßen für den Unterschied.
Mythos 7: Karotten verbessern die Sehkraft

Jein!
Karotten enthalten Beta-Carotin, das der Körper in Vitamin A umwandelt. Dieses Vitamin ist wichtig für die normale Sehkraft. Aber: Wer bereits ausreichend Vitamin A zu sich nimmt, sieht durch zusätzliche Karotten nicht automatisch besser.
Fun Fact:
Der Mythos wurde im Zweiten Weltkrieg von den Briten gezielt verbreitet. Damit wollten sie verschleiern, dass ihre Piloten dank neu entwickelter Radartechnik nachts erfolgreicher waren.
Mythos 8: Eier müssen immer in den Kühlschrank

Nicht unbedingt!
In Deutschland werden Eier im Supermarkt in der Regel ungekühlt verkauft. Solange ihre natürliche Schutzschicht unbeschädigt ist und die Kühlkette nicht unterbrochen wird, können sie zunächst auch bei Zimmertemperatur gelagert werden. Zu Hause empfiehlt sich jedoch die Aufbewahrung im Kühlschrank – insbesondere, wenn die Eier nicht innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Schon gewusst?
In den USA werden Eier vor dem Verkauf gewaschen. Dadurch geht die natürliche Schutzschicht verloren und die Eier müssen dauerhaft gekühlt werden.
Mythos 9: Weiße Flecken auf Schokolade bedeuten, dass sie verdorben ist

Falsch!
Die weißen Stellen sind meist sogenannter Fett- oder Zuckerreif. Sie entstehen durch Temperaturschwankungen oder Feuchtigkeit. Die Schokolade sieht zwar nicht mehr ganz so appetitlich aus, ist aber in den allermeisten Fällen weiterhin bedenkenlos genießbar. Besonders im Sommer tritt dieser Effekt deutlich häufiger auf.
Mythos 10: Honig ist grundsätzlich gesünder als Zucker

Nur teilweise.
Honig enthält zwar geringe Mengen an Mineralstoffen, Enzymen und anderen natürlichen Inhaltsstoffen. Gleichzeitig besteht er jedoch überwiegend aus Zucker und liefert ähnlich viele Kalorien. Deshalb gilt: Honig kann eine leckere Alternative sein – sollte aber genauso bewusst genossen werden wie Haushaltszucker.
Nicht alle Lebensmittel-Mythen glauben, die im Umlauf sind
Viele Lebensmittel-Mythen halten sich hartnäckig über Generationen hinweg. Obwohl sie längst wissenschaftlich widerlegt oder zumindest differenzierter zu betrachten sind. Wer die Hintergründe kennt, kann Lebensmittel richtig lagern, ihre Qualität länger erhalten und gleichzeitig unnötige Lebensmittelverschwendung vermeiden.