Herzlich willkommen zum ersten Teil unseres Ostergrillworkshops. Da heutzutage der Grill fundamentaler Bestandteil der (Outdoor-)Küche ist und er durchaus dazu taugt, wertige Mahlzeiten zu zaubern, ist der Gedanke, fürs Osterfest etwas Grandioses zu grillen, gar nicht so abwegig. In der Vergangenheit haben wir uns schon mehr als einmal mit richtigen Garpunkten und verschiedenen Grilltechniken befasst, weswegen wir in dieser und der kommenden Woche im Rahmen des ultimativen Ostergrillworkshops geschmackliche Feinheiten herausarbeiten möchten. Starten werden wir heute mit dem Thema “Öle und Gewürze” und werden im zweiten Teil über außergewöhnliche Gewürzmischungen und Marinaden berichten. Freuen wir uns also auf kulinarische Ostern — inspiriert von Feuer und Flamme.
Grundsätze guten Würzens
Zwischen einem simplen Tröpfchen Olivenöl und einer raffiniert-aromatischen Gewürzmischung liegen Welten. Dabei gibt es fürs Würzen eigentlich nur zwei Methoden: Würzen, bevor das Essen auf den Grill kommt und nachdem es vom Feuer genommen wurde.
Würzen vor dem Grillen heißt, die Zutaten in eine Marinade zu legen oder in einer Gewürzmischung zu wälzen. Entweder nur ganz kurz oder man lässt sie bis zu 12 Stunden durchziehen. Würzen nach dem Grillen bedeutet hauptsächlich, den heißen Speisen eine weitere Geschmacksrichtung hinzuzufügen. Saucen und Salsas können als geschmackvolle Beilagen gereicht, selbstgemachte Würzmischungen (siehe Blogartikel der kommenden Woche) darüber gestreut oder geträufelt werden.
Die Zutaten für alle Marinaden und Würzmischungen — Säuren, Öle und Gewürze — haben drei Aufgaben: Sie sollen das Fleisch zart machen, Feuchtigkeit spenden und Geschmack geben.

Säuren: Zartmacher und Geschmacksgeber
Zitrussäfte, Essige und Joghurt sind säurehaltige Zutaten, die den intensiven Geschmack jeder Marinade mit ihrem kräftig-scharfen Biss noch verstärken. Hierzu ein paar allgemeine Tipps:
- Frisch gepresste Zitrussäfte haben den größten Effekt.
- Den Essig entsprechend dem gewünschten Säuregrad der Marinade auswählen.
- Balsamico ist am vielseitigsten einzusetzen. Mit seiner Kombination aus Süße und Herbheit ist er ideal für eine Marinade oder zum Beträufeln von gerade gegrillten Speisen.
- Joghurt hat eine einzigartige, für jeden Zweck verwendbare Säure für Marinaden. Er ist Feuchtigkeitsspender ebenso wie Geschmacksgeber und Zartmacher.
Öle: Feuchtigkeitsspender
Fisch und Hähnchen brauchen die Feuchtigkeit und den Schutz durch Öle, weil sie so vor dem Austrocknen bewahrt werden. Kräftigeres Fleisch, etwa von Lamm oder Rind, in säurehaltigen Mischungen mariniert, benötigt Öl, um durch die Säure herausgezogene Feuchtigkeit zu ersetzen.
Leichte, neutrale Öle, wie z.B. Sonnenblumenöl, sind fast ohne Eigengeschmack. Viele andere haben jedoch ihre ganz eigene Note. Zusätzlichen Geschmack geben beispielsweise kaltgepresstes Olivenöl oder nussiges Sesamöl. Öle sind in jedem Stadium Feuchtigkeitsspender: beim Marinieren, beim Bestreichen während es Grillens und, mit Gewürzen vermischt, kurz vor dem Servieren über die Speisen geträufelt.

Gewürzvielfalt: süß, frisch, getrocknet
Süße Gewürze nehmen sauren Marinaden das Herbe, Scharfe. Etwas Zucker in der Würzmischung fördert die Bildung einer knusprigen, karamellisierten Kruste während des Grillens. Süße Zutaten setzen auch Akzente: hierzu zählen duftige Honigsorten, dunkler Rohrzucker oder auch dicker Rüben- oder Granatapfelsirup.
Frische Zutaten geben einen starken Duft und Intensität. Zwiebel und Knoblauch sind scharf und kraftvoll-aromatisch; asiatische Zutaten wie z.B. frischer Ingwer und Zitronengras eher pikant. Unser Tipp: Frische Kräuter immer mit Bedacht auswählen. Kräftige Strauchkräuter wie Oregano, Rosmarin und Thymian können sich am ehesten gegen das starke Röstaroma der über offenem Feuer gegrillten Speisen durchsetzen. Durch längeres Garen “verduftet” das feine Aroma der zarteren Kräuter. Sie eignen sich besser für Füllungen und nur kurz Gegrilltes.
Getrocknete Kräuter sind ideal für Würzmischungen. Die in Ihnen enthaltenen aromatischen Öle explodieren geradezu in Kombination mit Öl über der Feuerhitze. Aber: Zu lange gelagerte Kräuter werden schal und schmecken schnell angebrannt und muffig.

Im zweiten Teil des Ostergrillworkshops wird´s praktisch und lecker!
Denn dann stellen wir außergewöhnliche Gewürzmischungen zum Selbermachen vor und geben wertvolle Tipps zum richtigen Marinieren. Wenn wir Sie heute schon ein wenig “heiß machen” konnten, freut uns das sehr. Wir versprechen, ebenfalls auf Betriebstemperatur zu bleiben und begeben uns direkt in die Gewürzküche, um nächste Woche gut vorbereitet zu sein. Bis dahin: viel Spaß am Grill!