Einkaufswagen

Unterschätzt, aber unverzichtbar: Eine Ode an den Einkaufswagen

Wer glaubt, der Star im Super­markt sei der fri­sche Fisch, der Käse oder die Scho­ko­la­de, der irrt. Der wah­re Held steht direkt am Ein­gang – meist inein­an­der­ge­scho­ben, leicht knar­zig und bereit für den nächs­ten Ein­satz: der Ein­kaufs­wa­gen.

Die Erfindung, die den Einkauf veränderte

Bei EDE­KA­Krau­se auf Feh­marn beginnt jeder Ein­kauf mit die­sem klei­nen Ritu­al. Man zieht einen Wagen aus der Rei­he, hört das typi­sche metal­li­sche Klonk, und schon rollt er los – treu­er Beglei­ter durch Obst­ab­tei­lung, Süßig­kei­ten­zo­ne und Kas­sen­be­reich.

Dass die­ses rol­len­de Wun­der­werk über­haupt exis­tiert, ver­dan­ken wir einem Mann namens Syl­van Gold­man. Der Super­markt­un­ter­neh­mer aus Okla­ho­ma hat­te 1937 eine Beob­ach­tung gemacht: Sei­ne Kun­den woll­ten eigent­lich mehr ein­kau­fen – aber ihre Arme mach­ten vor­her schlapp. Also erfand Gold­man kur­zer­hand den Ein­kaufs­wa­gen.

Vom Klappstuhl zum Supermarkt-Klassiker

Sein ers­tes Modell sah aller­dings eher aus wie ein Klapp­stuhl mit Draht­korb. Ele­gant ist anders. Und begeis­tert waren die Kun­den auch nicht gera­de. Vie­le hiel­ten das Gefährt für unnö­tig oder schlicht selt­sam. Gold­man reagier­te prag­ma­tisch: Er stell­te Per­so­nal ein, das im Laden demons­trier­te, wie man das Ding benutzt. Eine Art Fahr­un­ter­richt zwi­schen Kon­ser­ven und Corn­flakes.

Der Plan ging auf. Schon in den 1940er-Jah­ren wur­de das Design sta­bi­ler, der Korb grö­ßer, der Wagen weni­ger klapp­stuhl­ar­tig. In den 1950ern kam der Kin­der­sitz dazu – eine der genia­le­ren Ideen der Super­markt­ge­schich­te, denn sie erlaubt Eltern, gleich­zei­tig ein­zu­kau­fen und den Nach­wuchs im Blick zu behal­ten.

Einkaufswagen

Heu­te besteht ein typi­scher Ein­kaufs­wa­gen aus ver­zink­tem Stahl, hat etwa 100 bis 240 Liter Fas­sungs­ver­mö­gen, vier Rol­len mit Kugel­la­gern und einen Griff, der erstaun­lich vie­le Kilo­me­ter Super­markt­bo­den über­lebt. Und bil­lig ist das Gan­ze auch nicht: Ein ein­zel­ner Wagen kos­tet im Schnitt rund 150 Euro.

Wer also 100 neue Wagen anschafft – etwa für einen gut besuch­ten Markt wie bei EDEKA Krau­se – inves­tiert schnell rund 15.000 Euro. Für etwas, das wir im All­tag gern wie selbst­ver­ständ­lich behan­deln.

Mehr als nur ein Wagen: Der stille Umsatzhelfer

Dabei hat der Wagen noch einen inter­es­san­ten Neben­ef­fekt: Stu­di­en im Han­del zei­gen, dass Kun­den mit Ein­kaufs­wa­gen deut­lich mehr Pro­duk­te kau­fen als mit einem ein­fa­chen Korb. Der Wagen ist also nicht nur Trans­port­mit­tel – son­dern auch ein stil­ler Umsatz­be­schleu­ni­ger.

Einkaufswagen

Und natür­lich hat er auch sei­ne Eigen­hei­ten. Jeder kennt die­sen einen Wagen mit dem leicht schie­fen Rad, der plötz­lich eine unge­woll­te Kur­ve Rich­tung Tief­kühl­piz­za ein­schlägt. Oder den Moment, wenn zwei Wagen im Gang auf­ein­an­der­tref­fen und höf­li­che Aus­weich­ma­nö­ver statt­fin­den wie im Stra­ßen­ver­kehr.

Am Ende bleibt die Erkennt­nis: Der Ein­kaufs­wa­gen ist ver­mut­lich das unter­schätz­tes­te Fahr­zeug des All­tags. Kein Motor, kein Navi – aber erstaun­lich zuver­läs­sig, wenn es dar­um geht, Milch, Nudeln, Äpfel und eine spon­ta­ne Tafel Scho­ko­la­de sicher nach Hau­se zu brin­gen.

Oder anders gesagt: Ohne Ein­kaufs­wa­gen wäre der Wochen­ein­kauf unge­fähr so ange­nehm wie ein Strand­spa­zier­gang auf Feh­marn – nur eben mit zwei Kis­ten Was­ser unter dem Arm.

Und genau des­halb ver­dient er eigent­lich ein klei­nes Dan­ke­schön. Am bes­ten gleich beim nächs­ten Ein­kauf.

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