Fischfrikadellen sind aus der deutschen Küche kaum wegzudenken. Ob im Brötchen direkt auf die Hand, in der Kantine, bei uns im Supermarktregal oder selbst gemacht auf dem Teller – sie gehören zu den beliebtesten Fischgerichten des Landes. Doch woher kommt diese Liebe zur Fischfrikadelle eigentlich? Und warum steht sie manchmal auch in der Kritik? Als echte Fischfrikadellenfreaks sagen wir: Jetzt mal Butter bei die Fischfrikadelle!
Die Geschichte der Fischfrikadelle!
Die Wurzeln der Fischfrikadelle lassen sich vor allem in den norddeutschen Küstenregionen finden. Bereits im 19. Jahrhundert wurden Fischreste – besonders vom Hering oder Dorsch – mit altem Brot und Gewürzen vermengt, um sie haltbar und verwertbar zu machen. In einer Zeit ohne Kühlschränke und mit geringem Zugang zu frischen Lebensmitteln war diese Art der Resteverwertung nicht nur praktisch, sondern überlebenswichtig.
Mit der Industrialisierung und dem Aufkommen moderner Lebensmittelverarbeitung entwickelte sich die Fischfrikadelle vom „Arme-Leute-Essen“ zum beliebten Snack. In den 1950er- und 60er-Jahren wurde sie zunehmend in Feinkostabteilungen, Imbissen und später in Supermärkten angeboten – oftmals industriell gefertigt, aber mit dem vertrauten Geschmack von Meer und Heimat.
Warum Fischfrikadellen so beliebt sind!
Es gibt gute Gründe, warum Fischfrikadellen so viele Fans haben:
- Vielseitigkeit: Warm oder kalt, im Brötchen oder auf dem Teller – Fischfrikadellen passen zu fast allem.
- Milder Geschmack: Anders als manch purer Fisch sind sie oft milder gewürzt und dadurch auch bei Kindern oder Fischskeptikern beliebt.
- Ein Hauch von Küste: Sie wecken Erinnerungen an den letzten Urlaub an der See.
- Gute Eiweißquelle: Fischfrikadellen sind reich an Proteinen – besonders, wenn hochwertiger Fisch verarbeitet wird.

Qualität entscheidet – nicht jede Fischfrikadelle ist gleich!
So beliebt sie ist – die Fischfrikadelle hat auch mit Vorurteilen zu kämpfen. Manche bezeichnen sie als „Mülleimer der Fischindustrie“ – nicht ganz zu Unrecht, wenn man auf die billigsten Varianten blickt. Dort landen oft Fischabfälle, minderwertige Füllstoffe, viel Paniermehl und künstliche Aromen in der Masse.
Woran erkennt man eine gute Fischfrikadelle?
- Fischanteil: Eine hochwertige Fischfrikadelle besteht zu einem Großteil (mindestens 70%) aus Filet oder hochwertigen Stücken von Seelachs, Dorsch oder Kabeljau.
- Zutatenliste: Je kürzer und natürlicher, desto besser. Achtung bei vielen Zusatzstoffen, Geschmacksverstärkern und undefinierbaren Zutaten.
- Konsistenz und Geschmack: Eine gute Fischfrikadelle ist saftig, locker und hat einen feinen, aber deutlichen Fischgeschmack – nicht nur nach Gewürzen.
- Geruch: Frische Frikadellen riechen angenehm nach Fisch – nicht penetrant oder säuerlich.
Wer sicher sein will, was drin ist, macht Fischfrikadellen einfach selbst – das geht erstaunlich leicht und schmeckt noch besser!
Selbstgemacht am besten: hausgemachte Fischfrikadellen!
Zutaten für ca. 8 kleine Frikadellen:
- 500 g Fischfilet (z. B. Seelachs, Dorsch oder Kabeljau – frisch oder aufgetaut)
- 1 altbackenes Brötchen oder 2 Scheiben Toast (in Wasser oder Milch eingeweicht)
- 1 kleine Zwiebel, fein gehackt
- 1 Ei
- 1 TL Senf
- 1 TL Zitronensaft
- Salz, Pfeffer
- etwas frisch gehackte Petersilie oder Dill (optional)
- Paniermehl (bei Bedarf für bessere Bindung)
- Öl zum Braten

- Fisch vorbereiten: Filets gründlich entgräten und grob hacken. Wer mag, kann sie auch im Mixer kurz zerkleinern – aber nicht zu Brei verarbeiten.
- Zutaten vermengen: Fisch, gut ausgedrücktes Brötchen, Zwiebel, Ei, Senf, Zitronensaft und Kräuter in eine Schüssel geben. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Masse binden: Wenn die Masse zu feucht ist, etwas Paniermehl unterheben. Sie sollte gut formbar sein.
- Frikadellen formen: Mit feuchten Händen 6–8 kleine Frikadellen formen.
- Braten: In einer Pfanne Öl erhitzen und die Frikadellen bei mittlerer Hitze von beiden Seiten goldbraun braten (je Seite ca. 4–5 Minuten).
- Servieren: Am besten mit Kartoffelsalat, Brötchen oder einem frischen Dip.